Änderungen von A4 zu A4
| Ursprüngliche Version: | A4 (Version 25) |
|---|---|
| Status: | Modifiziert |
| Eingereicht: | 02.03.2026, 11:35 |
| Neue Version: | A4 (Version 26) |
|---|---|
| Status: | Angenommen |
| Eingereicht: | 02.03.2026, 20:05 |
Titel
Antragstext
Von Zeile 332 bis 456:
Starke Wirtschaft, zukunftsfähige Innenstadt
Eng damit verbunden ist die Frage des Wohnens. Wir wollen Charlottenburg-Wilmersdorf zu einem Leuchtturm für Auszubildenden-Wohnen entwickeln. Gemeinsam mit landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften, Genossenschaften und weiteren Partner*innen wollen wir Modelle fördern, die Auszubildenden bezahlbaren Wohnraum im Bezirk ermöglichen. Denn wer hier lernt und arbeitet, muss sich das Leben im Bezirk auch leisten können.
Unsere Innenstädte stehen vor einem tiefgreifenden Wandel. Klassischer Einzelhandel allein trägt nicht mehr. Wer heute lebendige Kieze will, muss Wirtschaft neu denken: als Zusammenspiel von Handel, Kultur, Kreativität, Dienstleistungen und öffentlichem Raum. Für uns ist klar: Innenstädte sind Erlebnisorte, keine reinen Konsumzonen.
Unsere wichtigsten Forderungen:
- Lokale Standortnetzwerke zur Förderung von Kooperationen vor Ort
- Charlottenburg-Wilmersdorf zum Vorreiter für Auszubildenden-Wohnen entwickeln
- Start-Ups und Gründer*innen fördern mit dem „Regionalinkubator Charlottenburg-Wilmersdorf“
- Tourismus nachhaltig gestalten – im Einklang mit Stadtgesellschaft und Umwelt
Innenstadt im Wandel – Orte schaffen, die Leben ermöglichen
Charlottenburg-Wilmersdorf ist ein Bezirk mit sehr unterschiedlichen Kiezen und Bedarfen: Diese Vielfalt ist unsere Stärke. Sie verlangt passgenaue Lösungen statt Einheitskonzepte.
Deshalb setzen wir auf lokale Standortnetzwerke, auf Kümmererstrukturen in den Kiezen und auf eine enge Kooperation zwischen Gewerbetreibenden, Eigentümer*innen, Verwaltung und Stadtgesellschaft. So können Bedarfe vor Ort erkannt, Ideen gemeinsam entwickelt und wirtschaftliche Impulse gezielt gesetzt werden.
Leerstand verstehen wir nicht nur als Problem, sondern auch als Chance. Pop-up-Konzepte, Zwischennutzungen und flexible Räume ermöglichen neue Ideen, kreative Geschäftsmodelle und kulturelle Impulse – schnell, niedrigschwellig und anpassbar an die Bedürfnisse vor Ort. Kunst, Kultur und urbane Experimente gehören für uns ausdrücklich zur wirtschaftlichen Belebung der Innenstadt.
Ein zentraler Baustein ist die Sichtbarmachung lokaler Gewerbetreibender. Moderne Kommunikationsmedien, digitale Netzwerke, Kiez-Apps oder temporäre Präsentationsräume bieten Unternehmer*innen die Möglichkeit, ihre Angebote sichtbar zu machen, sich zu vernetzen und direkt mit der Stadtgesellschaft in Austausch zu treten. So verbinden wir wirtschaftliche Teilhabe mit kreativen und kulturellen Impulsen.
Ein weiterer wichtiger Baustein sind Business Improvement Districts (BIDs). In ihnen übernehmen Eigentümer*innen und Gewerbetreibende gemeinsam Verantwortung für den öffentlichen Raum, investieren in die Qualität ihres Umfelds und treten in einen strukturierten Dialog. Diese Zusammenarbeit stärkt Standorte nachhaltig und schafft Identifikation mit dem Kiez.
Unser Ziel ist eine widerstandsfähige, vielfältige und klimafreundliche Stadtökonomie. Eine Wirtschaftspolitik, die Arbeitsplätze sichert, Innovation fördert und gleichzeitig die Lebensqualität in unseren Kiezen stärkt. Wirtschaft beginnt für uns dort, wo Menschen sich gerne aufhalten.
KMU und Handwerk gezielt stärken
Die Wirtschaft im Bezirk steht vor großen Herausforderungen: Konsumschwäche, hohe Energiekosten, CO₂-Ausstoß, Fachkräftemangel und Digitalisierung. Wir stärken lokale Unternehmen und Betriebe strukturell und gestalten so gemeinsam die Wirtschaft von morgen: sozial, ökologisch und innovativ.
Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) sowie das Handwerk bilden das wirtschaftliche Rückgrat in Charlottenburg-Wilmersdorf. Um diese Betriebe zu erhalten und zukunftsfähig aufzustellen, setzen wir auf unterstützende Strukturen: unkomplizierte Verwaltungsprozesse, passgenaue Förderprogramme sowie Zugang zu Beratungs- und Weiterbildungsangeboten – insbesondere in den Bereichen Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Fachkräfteentwicklung.
Ein zentrales Thema ist die Fachkräftesicherung durch Ausbildung. Viele Betriebe finden kaum noch Auszubildende, unter anderem weil Ausbildungsangebote zu wenig sichtbar sind und junge Menschen keine Perspektive im Bezirk sehen. Wir wollen Ausbildungsangebote besser sichtbar machen, Praktika fördern und Kooperationen mit Schulen und Berufsschulen stärken, um frühzeitig Orientierung zu bieten und den Übergang in Ausbildung zu erleichtern.
Eng damit verbunden ist die Frage des Wohnens. Wir werden Charlottenburg-Wilmersdorf zu einem Leuchtturm für Auszubildenden-Wohnen entwickeln. Gemeinsam mit landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften, Genossenschaften und weiteren Partner*innen werden wir Modelle fördern, die Auszubildenden bezahlbaren Wohnraum im Bezirk ermöglichen. Denn wer hier lernt und arbeitet, muss sich das Leben im Bezirk auch leisten können.
Die Sicherung bezahlbarer Gewerbeflächen ist eine zentrale Herausforderung, liegt jedoch überwiegend außerhalb der unmittelbaren Zuständigkeit des Bezirks und erfordert Lösungen auf Landes- und Bundesebene. Wir setzen uns dafür ein, dass die entsprechenden Rahmenbedingungen verbessert werden, und nutzen zugleich alle bezirklichen Spielräume, um bestehende Betriebe zu stabilisieren und neue wirtschaftliche Perspektiven zu eröffnen.
Gleichzeitig brauchen KMU und Handwerk verlässliche und flexible Rahmenbedingungen, um wirtschaftlich planen zu können. Dazu gehören auch flexiblere Sonntagsöffnungen, die gezielt und anlassbezogen eingesetzt werden. Wichtig ist dabei Planungssicherheit, damit Sonntagsöffnungen langfristig kommuniziert und sinnvoll in betriebliche Abläufe integriert werden können.
Innovation made in Charlottenburg-Wilmersdorf
Charlottenburg-Wilmersdorf verfügt über enormes unternehmerisches Potenzial. Wir werden gezielt Gründungen, nachhaltige Start-ups, soziale Unternehmen und innovative Projekte fördern und so die wirtschaftliche Zukunft unseres Bezirks aktiv gestalten. Dafür streben wir die Einrichtung eines „Regionalinkubators Charlottenburg-Wilmersdorf“ an. Er soll Gründer*innen und Gründungsinteressierten Beratung, Coachings sowie Unterstützung bei der Finanzierung bieten und Raum für Vernetzung und Kooperationen mit Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlicher Hand schaffen.
Eine zentrale Rolle spielt dabei die Verstetigung und Weiterentwicklung der engen Zusammenarbeit zwischen der bezirklichen Wirtschaftsförderung, dem Zukunftsort Campus Charlottenburg und dem WISTA-Innovations- und Gründungszentrum (CHIC). Durch dauerhaft verlässliche Strukturen und abgestimmtes Handeln stärken wir den Innovationsstandort Charlottenburg-Wilmersdorf und positionieren ihn auch überregional sichtbar.
Die Gründer*innenszene rund um den Campus Charlottenburg mit dem Charlottenburger Innovations-Centrum (CHIC) ist eine besondere Erfolgsgeschichte unseres Bezirks. Wir wollen den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft weiter institutionell stärken, insbesondere durch die Förderung von Gründungen, die sich an Nachhaltigkeitszielen orientieren. Das Centre for Entrepreneurship (CfE) der Technischen Universität Berlin als eines der führenden Gründungszentren Deutschlands werden wir dabei noch enger mit dem Bezirk vernetzen.
Mit der Chemical Invention Factory (CIF) entsteht zudem ein vollständig auf Nachhaltigkeit ausgerichtetes Start-up-Zentrum. Ausgründungen aus der Wissenschaft werden damit zu einem immer wichtigeren Motor für Technologietransfer, Innovation und zukunftsfähige Arbeitsplätze in Charlottenburg-Wilmersdorf.
Nachhaltiger Tourismus: Profil schärfen, Standort sichern
Charlottenburg-Wilmersdorf ist einer der wichtigsten touristischen Standorte Berlins. Diesen Standort werden wir sichern und weiterentwickeln – mit einem klaren, international verständlichen Profil und einem Tourismus, der Qualität vor Masse stellt.
Mit der Marke „Mehr Berlin geht nicht – wo sich Geschichte und Großstadtflair treffen“setzen wir den Bezirk auf ein starkes touristisches Leitbild, das die Vielfalt Charlottenburg-Wilmersdorfs sichtbar macht: kulturelles Erbe, Wissenschaft, lebendige Kieze und urbane Lebensqualität. An dieses Leitbild knüpfen wir an und werden die Marke in den kommenden Jahren gezielt weiter etablieren, verbreiten und gemeinsam mit Partner*innen aus Kultur, Wirtschaft, Wissenschaft und Stadtgesellschaft stärken.
Unser Ziel ist es, Besuchsströme besser zu lenken, touristische Angebote im Bezirk breiter zu verteilen und sowohl bekannte Orte als auch kleinere kulturelle und wissenschaftliche Standorte sichtbar zu machen. So stärken wir hochwertigen, nachhaltigen Tourismus: international anschlussfähig und im Einklang mit den Menschen vor Ort.
Tourismus verstehen wir als Teil einer zukunftsfähigen Stadtentwicklung: wirtschaftlich relevant, identitätsstiftend und verantwortungsvoll gegenüber Umwelt und Stadtgesellschaft.