| Veranstaltung: | BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf Bezirkswahlprogramm 2026 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 2. Kapitel 1 des Bezirkswahlprogramms (Klima, Umwelt, Tierschutz, Stadtentwicklung, Mobilität) |
| Antragsteller*in: | Schreibgruppe Wahlprogramm (dort beschlossen am: 31.01.2026) |
| Status: | Eingereicht |
| Angelegt: | 31.01.2026, 22:41 |
A2: Charlottenburg-Wilmersdorf gestaltet Zukunft
Antragstext
Kapitel 1
Charlottenburg-Wilmersdorf
gestaltet Zukunft
Für ein ökologisch-gerechtes, klimaresilientes und mobiles Charlottenburg-
Wilmersdorf
– planen und bauen für Mensch und Natur –
Gemeinsam machen wir Charlottenburg-Wilmersdorf ökologischer, gerechter und
mobiler. Wir wollen den Bezirk kühlen – trotz steigender Hitze. Mit tausenden
neuen Bäumen und mehr Grünflächen schützen wir das Klima und spenden Schatten an
heißen Sommertagen. Wir wollen mit mehr Entsiegelung und kluger
Regenwasserbewirtschaftung unseren Bezirk zur Schwammstadt umbauen.
Klima · Umwelt · Tiere
Klimaneutral und lebenswert
Die Klimakrise ist Realität und längst auch in Charlottenburg-Wilmersdorf
spürbar. Hitze, Trockenperioden und Starkregen belasten unseren Bezirk schon
heute. Wir wollen unseren Bezirk so umbauen, dass er widerstandsfähig wird –
sozial, ökologisch und gerecht. Unser Ziel ist klar: unser Bezirk muss
klimaneutral werden. Dafür nutzen wir konsequent alle Handlungsspielräume, die
uns als Bezirk zur Verfügung stehen, und verbinden Klimaschutz,
Umweltgerechtigkeit und gute Stadtentwicklung mit einer wirtschaftlichen
Umsetzung. Nur wenn alle drei Bereiche zusammen gedacht werden, können wir
unsere natürlichen Lebensgrundlagen erhalten und unseren Bezirk fit für die
Zukunft machen.
Unsere wichtigsten Forderungen im Überblick
- Konsequenter Klimavorbehalt für alle bezirklichen Entscheidungen
- Klimaanpassung durch Begrünung, Entsiegelung und Regenwassermanagement
- Schutz und Ausbau von Grün- und Naturflächen im ganzen Bezirk
- Mehr Biodiversität durch ökologische Pflege und begrünte Fassaden
- Renaturierte Ufer, klimaresilienter Grunewald und Sicherung von
Frischluftschneisen
- Tierschutz auf allen bezirklichen Flächen stärken und Lebensräume schützen
- Ressourcen schonen durch Kreislaufwirtschaft, Mehrweg und Müllvermeidung
- Ausbau der Initiative „Fairtrade-Town Charlottenburg-Wilmersdorf“
Klimaneutralität erreichen – der Bezirk übernimmt Verantwortung
Wir wollen, dass Charlottenburg-Wilmersdorf klimaneutral wird und seinen Beitrag
zur Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels leistet. Dafür sind klare CO₂-Reduktionen in
allen zentralen Bereichen notwendig: beim Stromverbrauch, im Verkehr, in der
Wärmeversorgung, beim Bauen und bei den Materialien, die wir im Bezirk
verwenden. Klimaneutralität gelingt nur, wenn alle diese Sektoren gemeinsam
vorangebracht werden.
Alle bezirklichen Entscheidungen unterwerfen wir deshalb einem verbindlichen
Klimavorbehalt. Öffentliche Gebäude werden systematisch energetisch saniert, und
ihre Dächer nutzen wir für Solarenergie und Begrünung. Schulen werden zu aktiven
Lernorten der Energiewende, indem moderne Technik und pädagogische Konzepte
zusammengeführt werden.
Ein Schwerpunkt liegt auf dem massiven Ausbau erneuerbarer Energien. Um
Photovoltaik, Solarthermie, Geothermie und andere klimaneutrale Technologien
schneller umzusetzen, setzen wir auf Entbürokratisierung – insbesondere durch
abgestimmte Prozesse und gemeinsame Standards mit anderen Berliner Bezirken.
Gemeinsam vereinfachen wir Verfahren, beschleunigen Genehmigungen und sorgen
dafür, dass Projekte nicht an bezirklichen Zuständigkeitsgrenzen hängen bleiben.
Auch bei der Wärmeversorgung gehen wir neue Wege: durch Abwärmenutzung,
energieeffiziente Kühlung und den Aufbau (kalter) Nahwärmenetze machen wir uns
Schritt für Schritt unabhängig von fossilen Energien. Der Fuhrpark des Bezirks
wird vollständig elektrifiziert.
Ein weiterer zentraler Bereich ist die Materialwahl. Wir wollen den Einsatz
klimaverträglicher, fossilfreier Baustoffe deutlich ausbauen und dafür gezielt
Pilotprojekte anstoßen, die neue Materialien erproben und zeigen, wie
nachhaltiges Bauen im Bezirk gelingen kann. So übernehmen wir Verantwortung und
setzen Maßstäbe für eine klimaneutrale und zukunftsfähige Verwaltung.
Klimaanpassung schaffen – mehr Grün, mehr Schatten, mehr Widerstandskraft
Der Klimawandel trifft unseren Bezirk bereits heute spürbar. Sommer mit über 35
Grad, tropische Nächte und Starkregenereignisse zeigen, dass Charlottenburg-
Wilmersdorf sich an ein verändertes Klima anpassen muss. Wir wollen, dass unser
Bezirk auch in 20 Jahren ein lebenswerter Ort bleibt – für ältere Menschen, für
Kinder, für Familien – für alle, die hier leben. Deshalb setzen wir
Klimaanpassung als zentrales Leitmotiv der bezirklichen Stadtentwicklung.
Das „Bezirkliche Anpassungskonzept an die Folgen des Klimawandels“ (BAFOK) soll
in allen Klimanpassungsmaßnahmen zentral eingebunden werden. Wir streben eine
Aktualisierung des BAFOKs an.
Öffentliche Räume gestalten wir so, dass sie kühlend wirken: durch mehr
Großbäume, Schattenflächen, wassergebundene Oberflächen werden grüne
Kälteinseln, Parks und Aufenthaltsorte geschaffen, die auch an heißen Tagen
nutzbar sind.
Unser Ziel ist es, den Schutz vor Hitze für alle Bürger*innen durch
verpflichtende Hitzeschutzaktionspläne mit gestaffeltem Warnsystem zu
gewährleisten. Die Bereitstellung kühler öffentlicher Räume mit einem
barrierefreien Zugang im Sommer gehört dazu, beispielsweise in Bibliotheken,
Begegnungszentren und Kirchen.
In den Hitzeschutz-Aktionsplänen werden Maßnahmen aus verschiedenen Bereichen,
wie zum Beispiel Gesundheit, Stadtentwicklung und Grünflächen gebündelt, so dass
vor allem im Zusammenwirken aller verantwortlichen Stellen die Bürger*innen
ausreichend geschützt werden können.
Wir setzten uns dafür ein, dass folgende Maßnahmen zum Gesundheitsschutz der
Bürgerinnen umgesetzt werden: Trinkbrunnen, Wasserspender, schattige Plätze
sowie Grünflächen und Parks in der Nähe. Trinkbrunnen werden barrierefrei
gestaltet, so dass sie auch zugänglich für Rollstuhlfahrerinnen und Kinder sind.
Bei baulichen Maßnahmen finden sich Auflagen zum Hitzeschutz wie Markisen,
Ventilatoren, Fassadenbegrünung, grüne Innenhöfe, Entsieglung.
Plätze und Straßen werden schrittweise entsiegelt, sodass sie Wasser aufnehmen
können und das Mikroklima verbessern. Regenwasser soll möglichst vollständig im
Kiez bleiben, statt in die Kanalisation zu fließen. Dafür schaffen wir
Versickerungsflächen wie Mulden, Rigolen und Grüne Gullys sowie innovative
Speichermöglichkeiten für extreme Niederschläge.
Besondere Priorität haben Schulhöfe, Spielplätze und Orte, an denen sich viele
Kinder und Jugendliche aufhalten. Wir entwickeln sie zu klimaangepassten Lern-
und Bewegungsräumen mit naturnahen Flächen, großen Bäumen, Schatteninseln und
Regenwasserelementen. Dieser Umbau erfolgt gemeinsam mit Eltern, Kindern,
Lehrkräften und Initiativen – denn Klimaanpassung gelingt am besten, wenn sie
getragen wird von der Gemeinschaft vor Ort.
Auch Verkehrsflächen können zu Klimaorten werden. Durch Entsiegelung, bauliche
Verschmälerung und Begrünung schaffen wir kühlende Straßenräume, die sichere
Wege bieten und gleichzeitig Wasser managen. Die Begrünung der Mittelstreifen
von Straßen, Plätzen und Höfen dient der Verbesserung des Mikroklimas in der
Nachbarschaft. So entsteht ein Bezirk, der auf die Klimakrise vorbereitet ist
und aktiv Lebensqualität schafft.
Gesundes Leben im Einklang mit der Natur
Eine gesunde Umwelt ist Grundlage eines guten Lebens. Sie schützt vor Hitze,
verbessert die Luftqualität, fördert Erholung und unterstützt ein intaktes
Ökosystem. Deshalb wollen wir Natur und Gesundheitsvorsorge stärker
zusammendenken und den Bezirk so entwickeln, dass Mensch und Natur gleichermaßen
profitieren.
Wir setzen auf naturnahe Pflegekonzepte, die Artenvielfalt fördern, Lebensräume
sichern und ökologische Vielfalt sichtbar machen. Die bezirkseigene
Pflanzenproduktion wird auf torffreie und regionale Pflanzen umgestellt – damit
Biodiversität nicht nur erhalten, sondern aktiv gestärkt wird. Öffentliche
Grünflächen sollen mosaikartig gepflegt werden: repräsentative Flächen bleiben
gepflegt, naturnahe Bereiche werden bewusst wild gelassen, damit Insekten und
Vögel Rückzugsorte finden.
Friedhöfe bauen wir zu ökologisch wertvollen Lebensräumen aus, indem wir
Biodiversitätsflächen schaffen, heimische Pflanzen einsetzen und tierschonende
Pflegekonzepte anwenden. Gleichzeitig unterstützen wir die Begrünung von
Fassaden, Höfen und Dächern – in Kooperation mit Anwohnenden, Eigentümerinnen
und Eigentümern sowie lokalen Initiativen. Damit entsteht ein Netz
klimawirksamer Mikrohabitate über den ganzen Bezirk.
Gesundheit bedeutet auch, vor Luftverschmutzung und Lärm geschützt zu sein.
Deshalb setzen wir uns für emissionsarme Mobilität, bessere
Baustellenkontrollen, weniger Schadstoffbelastungen und Maßnahmen gegen
Lichtverschmutzung und Verkehrslärm ein. Ein gesunder Bezirk ist ein Bezirk, der
atmet – und das wollen wir sichern.
Naturschutz im Bestand – Grünräume sichern, Klima und Tiere besser schützen
Unsere Naturflächen sind die grünen Lungen des Bezirks und gleichzeitig
unverzichtbare Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Sie kühlen die Stadt,
speichern Wasser, wirken der Versiegelung entgegen und bieten Erholung für alle
Menschen. Deshalb wollen wir Naturschutz im Bestand deutlich stärken und
konsequent weiterentwickeln.
Wir setzen auf den Schutz und die Erweiterung des Baumbestands im Bezirk – so
wie im Bäumeplusgesetz geregelt. Jeder gefällte Baum soll durch drei neue Bäume
ersetzet werden. Dazu wollen wir derzeit leere Baumscheiben wieder auffüllen und
dort, wo es geht, neue Bäume pflanzen und neue Baumscheiben durch Entsiegelung
schaffen. Klar ist: Der Bezirk kann nur mit der entsprechenden finanziellen
Unterstützung des Senats das Bäumeplusgesetz umsetzen. Dafür werden wir uns
einsetzen.
Grünflächen werden durch aktualisierte Landschaftspläne weiterentwickelt, die
klare Kriterien für Biovolumen, klimaresiliente Bepflanzung und
Regenwassernutzung enthalten. So stellen wir sicher, dass Natur und Klima
künftig integraler Bestandteil jeder Planung sind.
Besonders wertvoll sind Uferbereiche, Feuchtflächen und Gewässer. Wir
renaturieren die Spreeufer, schaffen naturnahe Übergänge und verbessern mit
Fischtreppen die ökologische Durchgängigkeit. Im Grunewald unterstützen wir den
Umbau zum klimaangepassten Mischwald, der Hitze, Trockenheit und Schädlingen
besser standhält. Frischluftschneisen – etwa am Westkreuz – werden dauerhaft
gesichert, weil sie für das städtische Mikroklima unverzichtbar sind.
Der Tierschutz ist dabei ein zentraler Bestandteil unserer Umweltpolitik. Wir
stärken Lebensräume für Wildtiere, reduzieren Lichtverschmutzung, fördern
tierschonende Mäh- und Pflegezeiten und schaffen Biodiversitätsflächen, die
Rückzugsorte bieten. Besonders gefährdete Arten erhalten gezielte Unterstützung
durch Schutzmaßnahmen, Monitoring und Kooperationen mit Naturschutz- und
Tierschutzorganisationen. So entwickeln wir den Bezirk zu einem Ort, an dem
Tiere nicht verdrängt, sondern geschützt und gesehen werden.
Ressourcen schonen – konsequente Kreislaufwirtschaft für unseren Bezirk
Eine nachhaltige Zukunft beginnt mit dem bewussten Umgang mit Ressourcen. Unser
Ziel ist es, Charlottenburg-Wilmersdorf zu einem Vorreiter der kommunalen
Kreislaufwirtschaft zu machen. Durch Reparatur, Wiederverwendung, Second-Hand,
Recycling und Upcycling schonen wir Ressourcen und Geldbeutel, vermeiden Abfall
und erhalten Materialien und Gegenstände möglichst lange im Kreislauf.
Kreislaufwirtschaft ist für uns kein Nischenthema, sondern ein zentraler
Baustein auf dem Weg zu einer klimaneutralen und sozial gerechten Zukunft.
Abfall wollen wir bereits an der Quelle vermeiden. Dafür setzen wir auf den
Ausbau von Mehrwegangeboten, die Förderung verpackungsarmer und unverpackter
Läden sowie eine klare Strategie gegen Einwegplastik. Unverpackt-Läden und
Mehrweg-Systeme sollen gezielt gestärkt werden. Auch in der Gastronomie und im
Außer-Haus-Verkauf unterstützen wir den Einsatz klimaneutraler,
umweltfreundlicher Verpackungslösungen sowie den Verkauf unverpackter Produkte.
Erleichterte Sondernutzungserlaubnisse im öffentlichen Raum wollen wir an
ökologische Kriterien knüpfen; die Einhaltung der Mehrwegpflicht wird dabei vom
Ordnungsamt verstärkt kontrolliert.
Produkte sollen länger genutzt und repariert werden, statt früh entsorgt zu
werden. Deshalb unterstützen wir Reparatur-, Re-Use- und Upcycling-Initiativen
im Bezirk gezielt. Lokale Reparaturbetriebe, Reparaturcafés und das Projekt
„Netzwerk Qualitätsreparatur“ wollen wir stärken. Repair-Cafés sollen aus ihrem
Nischendasein herausgeholt werden und ihr Potenzial für einen bewussteren,
ressourcenschonenden Konsum entfalten. Nachbarschafts- und Stadtteilzentren
sollen dabei zu Ankerpunkten nachhaltigen Wirtschaftens werden. Wir setzen uns
außerdem dafür ein, dass das erfolgreiche Förderprogramm „ReparaturBONUS“ vom
Berliner Senat fortgeführt, ausreichend finanziert und weiter ausgebaut wird.
Die Initiative „Re-Use Berlin“ wollen wir stärken, unter anderem durch
Unterstützung bei der Gewinnung zusätzlicher Partner*innen.
Wertstoffe sollen systematisch erfasst und besser im Kreislauf gehalten werden.
Elektronik, Holz, Textilien, Metalle und andere Materialien wollen wir
konsequenter getrennt sammeln und recyceln. Gleichzeitig bauen wir die
Eigenkompostierung aus und nutzen organische Abfälle stärker vor Ort, um
Transportwege und Emissionen zu reduzieren.
Die Verwaltung übernimmt dabei eine klare Vorbildfunktion. Beschaffung,
Veranstaltungen und Dienstleistungen stellen wir konsequent auf nachhaltige,
klimaverträgliche und faire Standards um. Bei Veranstaltungen des Bezirks setzen
wir verstärkt auf Mehrweg- und Pfandsysteme aus klimaneutralen und möglichst
bioabbaubaren Materialien. Über die öffentliche Vergabe wollen wir zudem die
Verwendung ökologischer, regionaler und möglichst unverpackter Lebensmittel in
Mensen, Schulen, Kitas und Seniorenheimen stärker einfordern.
Begleitend fördern wir Bildungsangebote sowie Kooperationen mit Schulen,
Initiativen und Unternehmen, um das Bewusstsein für kreislaufgerechtes
Wirtschaften und einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen zu stärken. Die
Initiative „Fairtrade-Town Charlottenburg-Wilmersdorf“ entwickeln wir weiter,
damit der Bezirk ökologisch und sozial nachhaltig handelt.
Stadtentwicklung
Planung bedarfsgerecht, nachhaltig, klimaschonend und ökologisch
– für eine klimaresiliente Umgestaltung unseres Bezirks –
Die städtebaulichen Planungen und Maßnahmen unseres Bezirks richten wir
stringent an sozialen und ökologischen Kriterien aus – für Klimaschutz und
Klimaresilienz, für lebenswerte Kieze sowie für eine vielfältige und vitale
Wirtschaft.
In der Bauleitplanung wollen wir die gesetzlichen Möglichkeiten für die soziale
und wirtschaftliche Stabilität und Weiterentwicklung Charlottenburg-Wilmersdorfs
ausschöpfen und Umwelt- sowie Klimaschutz fest verankern. Bei allen
städtebaulichen Maßnahmen muss die CO₂-Reduktion konsequent mitgedacht und ein
wesentlicher Aspekt der Planung sein. Zugleich schützen und stärken wir die
Natur unseres Bezirks vor Eingriffen und Beeinträchtigungen. Sie leistet
nachweislich einen zentralen Beitrag für Gesundheit, Wohlbefinden und
Klimaschutz.
Die Natur ist bei der Bewertung von Planungsvarianten aktiv einzubeziehen.
Bündnis 90/Die Grünen haben hierfür eine Methode zur Bewertung der Öko-Leistung
der Natur in Euro entwickelt, die insbesondere bei Infrastrukturprojekten
grundsätzlich Anwendung finden soll.
Neubau wie Umbau müssen von Beginn an nachhaltig, sozial, bedarfsorientiert,
ressourcenschonend und klimagerecht geplant werden. So lassen sich die
klimaschädlichen Emissionen im Gebäudebereich unseres Bezirks wirksam senken.
Denn Klimaschutz ist Menschenschutz.
Eine wachsende Stadt braucht eine mitwachsende soziale Infrastruktur. Die
erforderliche Flächenvorsorge für bauliche, soziale und grüne Infrastruktur ist
systematisch in die Stadt- und Bauleitplanung zu integrieren. Unsere bewährten
integrierten Planungskonzepte verfolgen wir weiter – unter Berücksichtigung von
Klimabelangen, kiezgerechter Mobilität und sozialen Aspekten, wie bereits in der
Wilmersdorfer Straße und am Karl-August-Platz.
Unsere wichtigsten Forderungen im Überblick
- Erhalt vor Abriss
- Begrünung und Entsiegelung
- Schwammstadt
- Wärmewende
- lebenswerte Kieze
- Beteiligung der Bürger*innen und Digitalisierung der Planung
Erhalt vor Abriss, Begrünung, Schwammstadt, Entsiegelung, Wärmewende und
Windenergie
Baumaßnahmen dürfen Klima, Umwelt und Gesundheit der Anwohner*innen nicht länger
belasten. Bau und Rückbau müssen nachhaltig vorgedacht und geplant werden.
Abriss gilt es zu vermeiden, stattdessen sollen bestehende Gebäude und
Materialien weitergenutzt werden.
Über Bauleitplanung, städtebauliche Verträge und Leitlinien – auch für kleinere
Bauvorhaben – verfolgen wir ein klares Konzept zum Schutz von Natur und Klima:
- Entsiegelung von Flächen
- umfangreiche Neubegrünung mit natürlichen Versickerungs- und
Verdunstungsflächen
- intelligentes Regenwassermanagement, inklusive unterirdischer
Regenrückhaltebecken und Versickerungsanlagen im öffentlichen Straßenraum
oder angrenzenden Parks (z. B. vom Fehrbelliner Platz zum Preußenpark)
- Einsatz wiederverwendbarer, nachwachsender und naturverträglicher
Materialien wie Holz, Lehm oder Hanf
Naturschutzrechtliche Ausgleichsmittel setzen wir konsequent für Entsiegelungs-
und Ausgleichsprojekte ein, etwa bei Maßnahmen auf der südlichen
Mierendorffinsel oder zur Aufwertung von Natur- und Naherholungsflächen im
Rahmen des Spreeraumkonzepts.
Wir prüfen, ob überdimensionierte Straßen in ihrem heutigen Umfang noch benötigt
werden. Wo dies nicht der Fall ist, wollen wir Flächen zurückbauen, entsiegeln
oder für neuen Wohnraum umplanen. Eine Umgestaltung des Hohenzollerndamms könnte
beispielsweise Raum für rund 140 neue Wohnungen schaffen, Regenwassermanagement
ermöglichen und den Kiez ökologisch aufwerten. Auch die ehemalige Autobahntrasse
südlich der Konstanzer Straße bietet Potenzial für nachhaltige Stadtentwicklung.
CO₂-intensive Abrisse von Handels- und Gewerbeimmobilien lehnen wir ab.
Stattdessen setzen wir auf kreative, nachhaltige Umgestaltung und Wiederbelebung
bestehender Gebäude. Vorbildlich sind die Planungen für das Reemtsma-Gelände in
Wilmersdorf mit Deutschlands größtem Gründach sowie der Erhalt und Umbau des
Karstadt-Gebäudes in der Wilmersdorfer Straße.
Bereits als Grünflächen gewidmete Areale schützen wir konsequent vor Überbauung.
Dach- und Fassadenbegrünung, gemeinschaftliches Gärtnern sowie die Öffnung
privat genutzter Freiflächen unterstützen wir ebenso wie Bürgerinitiativen zur
Pflege und Bewässerung von Grünanlagen. Das Modellprojekt zur Entsiegelung von
sechs Schulhöfen führen wir fort. Auch die Sportanlage Wilmersdorf und der
Adenauerplatz werden klimaresilient umgestaltet.
Fördermittel von Land, Bund und EU setzen wir gezielt für die klimaschützende
Entwicklung unseres Bezirks ein. Die ökologische Aufwertung unserer Straßen und
Kieze steht im Zentrum unserer Stadtplanung.
Die Wärmewende treiben wir voran durch:
- weiteren Ausbau von Solarenergie
- Nutzung von Abwasserwärme
- Geothermie
- gemeinschaftliche Energieverbünde (z. B. Eichkamp)
- Förderung von Niedrigenergienetzen
Windenergie befürworten wir ausdrücklich – jedoch nicht im Grunewald, sondern
auf naturfernen Flächen wie geeigneten Gewerbegebieten.
Unsere Kieze: lebenswert und vielfältig – Nahversorgung, Natur und Kultur für
alle
Unsere Nachbarschaften sind divers, solidarisch und lebendig. Diesen
Zusammenhalt wollen wir schützen und stärken. Die Berliner Mischung aus Wohnen,
sozialer Infrastruktur, Natur, Wirtschaft, Kultur und Bildung im direkten Umfeld
der Kieze ist wertvoll und muss erhalten oder wiederhergestellt werden. Die 15-
Minuten-Stadt ist ein zentrales Leitbild unserer Stadtentwicklung.
Leerstand von Wohnraum und Gewerbeflächen wollen wir verhindern. Dafür nutzen
wir Instandhaltungsgebote, führen einen Gewerbemietspiegel ein und erweitern den
Mietenschutz für Wirtschafts- und Kulturbetriebe. Ein Leerstandsanzeiger für
Gewerbeflächen soll Kleingewerbe, Handel und Handwerk im Bezirk halten. Ein
kooperatives Geschäftsstraßenmanagement stärkt Standorte wie die Wilmersdorfer
Straße langfristig.
Grünflächen, Parks, Wege und Plätze sichern wir als Orte der Erholung und
Begegnung. Der öffentliche Raum ist das Wohnzimmer der Gesellschaft. Wir wollen
ihn barrierefrei, vielfältig und hochwertig gestalten – mit mehr
Sitzgelegenheiten, Liegewiesen, Spiel- und Sportangeboten, Skateparks,
Spazierwegen sowie Räumen für Kunst und Clubkultur.
Planungen: partizipativ und digital
Die kooperative Baulandentwicklung über städtebauliche Verträge führen wir fort.
Bürgerinnen werden frühzeitig und verbindlich beteiligt – über
Nachbarschaftsbeteiligung, Bürgerinnenräte, Kiezkioske und den bezirklichen Raum
für Beteiligung.
Auch bei Baum- und Grünpflege ermöglichen wir unbürokratische Beteiligung, etwa
durch Baumpatenschaften oder das Pflanzrecht auf Baumscheiben gemäß Berliner
Klimaanpassungsgesetz.
Planungs- und Genehmigungsprozesse digitalisieren wir konsequent – auf Basis des
Geoportals des Bezirks und mithilfe digitaler Zwillinge. So werden Verfahren
effizienter, transparenter und fehlerärmer. Unsere Daten und Prozesse machen wir
öffentlich zugänglich und schaffen echte Beteiligung.
Mobilität
Der Mensch im Mittelpunkt – nachhaltige Mobilität
Wir denken die Mobilität vom Menschen aus und wollen Charlottenburg Wilmersdorf
zu einem Bezirk machen, in dem Kinder sicher zur Schule gehen, Eltern beruhigt
und sicher zur Arbeit und nach Hause kommen. Wir wollen einen Bezirk, in dem
ältere Menschen und Menschen mit Behinderung barrierefrei unterwegs sind und
alle Bewohner*innen die Straße als Ort des Miteinanders erleben – ohne Kampf,
sondern mit Respekt vor- und füreinander. Nur so haben alle die gleichen
Chancen, sich frei und sicher im Verkehr zu bewegen.
Unsere wichtigsten Punkte im Überblick
- Großbauprojekte nachhaltig steuern
- ÖPNV-Anbindung verbessern
- Kiezkonzepte umsetzen und neue erarbeiten
- Wirtschaftsverkehr nachhaltig und leise gestalten
- Verbesserungen der Schulwegsicherheit
- Kantstraße, Kaiser-Friedrich-Straße, Spandauer Damm und Berliner Straße
für sicheren Radverkehr gestalten
Die barrierefreie Mobilität aller Bürgerinnen, die gerechte Nutzung des
öffentlichen Raums und eine Verkehrsplanung zur Entlastung der Anwohnerinnen
werten das Leben in unserem Bezirk spürbar auf und tragen zu Klimaschutz und
Klimaresilienz der Kieze bei. Der bezirkliche Bereichsentwicklungsplan und der
Berliner Masterplan für Breitscheidplatz und Zoologischer Garten bieten uns eine
gute Grundlage für eine aufwertende Neuplanung einiger Verkehrshotspots. Auch
das städtebauliche Entwicklungskonzept des Senats werden wir im Bezirk begleiten
und unter anderem für eine nachhaltige und dem Bezirk förderliche Neugestaltung
des „Stadteingang West“ Sorge tragen. Andererseits werden wir den bezirklichen
Einfluss auf Planungen des Senats dort geltend machen, wo unsere Nachbarschaften
und Anwohner*innen unmittelbar betroffen sind. Der steigenden Belastung und
Beschädigungen von Kiez-Straßen infolge von unvollständig geplanten
Verkehrsprojekten des Senats stellen wir uns entschieden entgegen. Unsere
bezirklichen Straßen dürfen nicht ohne Regulierung zu Ausweichstraßen großer
Verkehrsströme werden. Für uns gilt zudem auf allen Straßen: Sicherheit vor
Tempo.
Nicht auf unseren Schultern – Großbauprojekte im Bezirk
Wir wollen die negativen Auswirkungen von Großbauprojekten im Bezirk auf die
Kieze und Verkehrsteilnehmenden mindern. Während der Neubauten an der
Stadtautobahn, vom Dreieck Funkturm über die Ringbahnbrücken an der A100 bis zur
Rudolf-Wissel-Brücke planen wir eine verträgliche Umleitung der Verkehre.
Schwerlastverkehr wird nicht durch die Stadt geführt, sondern LKW werden über
den Berliner Autobahnring umgeleitet. Schwerlastverkehr in Wohnstraßen wie der
Königin-Elisabeth-Straße führt zu erheblicher Lärmbelastung für die
Anwohner*innen. Straßen, die nicht für schwere Lasten ausgelegt sind, müssen
nach Umleitungen umfassend saniert werden. Deshalb lehnen wir Umleitungen durch
Wohn- und Nebenstraßen weiterhin konsequent ab. Temporär eingerichtete
Einbahnstraßenregelungen und Durchfahrtsverbote in den Kiezen entwickeln wir zu
dauerhaften Lösungen weiter.
Bei allen großen Infrastrukturprojekten fordern wir vom Bund und Land den Erhalt
möglichst vieler Bäume oder einen angemessenen Ausgleich gemessen an den
Umweltauswirkungen. Ausgleichsmaßnahmen müssen im Bezirk stattfinden,
insbesondere bei den aktuellen Planungen auf der Mierendorffinsel.
Bündnis 90/Die Grünen fordert:
- integrierte Prozesse zwischen DEGES, Autobahn GmbH, DB, BVG und S-Bahn bei
den Megaprojekten am Autobahndreieck Funkturm und an der Rudolf-Wissel-
Brücke
- eine nachhaltige Planung der Siemensbahn ohne Zerschneidung des
Jungfernheide-Kiezes, mit barrierefreiem Übergang über die Spree zum
Schlosspark, besserer Anbindung des Bahnhofs Jungfernheide an das
Radwegenetz und Berücksichtigung der Anwohner*innen im
Planfeststellungsverfahren
- eine Abstimmung von Aufenthalts- und Lebensqualität inklusive Grünflächen
am Breitscheidplatz und Hardenbergplatz
- ein ökologisch tragfähiges Konzept für das ICC
Wir setzen uns ein für:
- einen Westkreuzpark mit Kleingärten und Anbindung an ÖPNV und Radwegenetz
- die Einrichtung eines Logistik-Drehkreuzes am Stadteingang West mit
Bürgerbeteiligung und Integration ökologischer Belange
- eine moderne Entwicklung am Spreebord der Mierendorffinsel mit mindestens
30 Prozent Wohnanteil, nachhaltigem Mobilitätskonzept und minimaler
Versiegelung
Sicher zur Schule und wieder zurück
Die sichere, freie und selbstständige Bewegung von Kindern ist für uns ein
zentrales Anliegen. Wir wollen die Schulwegsicherheit erhöhen, damit Kinder gut
mit dem Fahrrad oder zu Fuß zur Schule kommen können. Wir richten verstärkt
Schulstraßen vor Grundschulen im Bezirk ein. Die Straße vor der Schule wird zum
Schulanfang und Schulende zeitweise für den motorisierten Verkehr gesperrt.
Zusätzlich schaffen wir mehr Gehwegvorstreckungen und Fahrradabstellanlagen vor
Schulen, um die Übersichtlichkeit und Sicherheit zu verbessern.
Für mehr Platz zum Spielen unterstützen wir die Beantragung temporärer
Spielstraßen. Auf der Website des Bezirksamts werden das Verfahren und
Gestaltungsmöglichkeiten einfach erläutert. Diese Straßen können auch zum Üben
und Lernen des Fahrradfahrens genutzt werden.
Kieze für Menschen gestalten
Gemeinsam mit der Stadtgesellschaft und den Anwohnerinnen gewinnen wir den
öffentlichen Raum für alle Menschen zurück. Durchgangsverkehr wird aus
Wohnvierteln herausgenommen und auf Hauptstraßen gelenkt. Die Straßen in den
Kiezen gehören dem Fuß- und Radverkehr sowie dem öffentlichen Nahverkehr. Die
Zufahrt bleibt für Anwohnerinnen, Rettungsfahrzeuge, Lieferverkehr und
Müllabfuhr möglich. Mit der Reduzierung des Autoverkehrs erhöhen wir die
Aufenthaltsqualität und stärken das Miteinander in den Nachbarschaften.
Alle wichtigen Alltagswege sollen im Kiez innerhalb von 15 Minuten erreichbar
sein. Für die Kieze Karl-August-Platz, Klausenerplatz, RIAS-Kiez, Güntzelkiez
und rund um die Babelsberger Straße setzen wir bestehende Kiezkonzepte um und
entwickeln weitere gemeinsam mit Initiativen und Anwohner*innen. Eine Stelle für
Mobilitätsmanagement koordiniert Beteiligungsprozesse und verbessert den
Austausch zwischen Verwaltung und Öffentlichkeit.
Parkraumbewirtschaftung bauen wir aus, gestalten sie digital und fair und
schaffen zusätzliche Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. So erhalten
Anwohner*innen einfacher und schneller einen Parkplatz im eigenen Kiez.
Sicher von A nach B
Unsere Mobilitätspolitik orientiert sich an der Vision Zero: ein Straßenverkehr
ohne Tote und Schwerverletzte. Dafür bauen wir überdimensionierte Straßen wie
die Bundesallee oder den Kaiserdamm/Bismarckstraße zurück und schaffen breite
Radwege, mehr Grünflächen und sichere Querungsmöglichkeiten. Den Tunnel am
Bundesplatz wollen wir zurückbauen und die Brücke am Breitenbachplatz
vollständig abreißen, um neue Stadtplätze und mehr Aufenthaltsqualität zu
ermöglichen.
Wir schaffen mehr Fußgängerüberwege und verlängern Ampelphasen, insbesondere an
breiten Straßen wie der Bismarckstraße. Die Kreuzung Messedamm/Masurenallee
gestalten wir als ebenerdige Querung um. Tempo 30 auf Haupt- und Nebenstraßen
erhöht die Verkehrssicherheit. Abschleppkapazitäten werden erhöht, Mitarbeitende
des Ordnungsamts regelmäßig geschult und die Kontrolldichte durch mehr Blitzer
deutlich gesteigert.
Verlässlich verfügbar – mit Bus und Bahn im Bezirk unterwegs
Wir verbessern die ÖPNV-Anbindung des Bezirks, insbesondere durch den Ausbau der
Straßenbahn. Die Verlängerung über die Mierendorffinsel bis zur Jungfernheide
sowie die Tram-Anbindung des Bahnhofs Zoologischer Garten unterstützen wir
ausdrücklich.
Der Bahnhof Jungfernheide wird mit der Reaktivierung der Siemensbahn zu einem
attraktiven, sicheren ÖPNV-Knotenpunkt mit besserer Aufenthaltsqualität. Auch
der Hardenbergplatz wird zu einem modernen Umstiegsort weiterentwickelt. Für
Busse sorgen zusätzliche Busspuren, Ampelvorrang und konsequente Kontrollen für
eine dichtere Taktung und höhere Zuverlässigkeit.
Trittfest und sicher durch den Kiez – Fußverkehr stärken
Fußgänger*innen sollen sich auf allen Wegen sicher und wohlfühlen. Gehwegparken
wird reduziert, Querparken in Längsparken umgewandelt und das Abstellen von
Rollern, Motorrädern sowie E-Scootern stärker kontrolliert. Jelbi-Sharing-
Stationen bündeln Sharing-Angebote an festen Standorten.
Die Fußgängerzone in der Wilmersdorfer Straße entwickeln wir weiter und
verlängern sie. Fahrradabstellanlagen werden mit Querungshilfen und
Gehwegvorstreckungen kombiniert, um die Sicht zu verbessern und sichere
Querungen zu erleichtern.
Fahrradfahren – sicher und nachhaltig gestalten
Radfahren soll für alle attraktiv und sicher sein. Wir schaffen breite, sichere
Radwege auf Hauptstraßen und richten in Nebenstraßen verstärkt Fahrradstraßen
ein. Mit der Umsetzung des Berliner Radverkehrsnetzes verbessern wir die
Radinfrastruktur systematisch.
Im Fokus stehen unter anderem:
- östlicher Teil der Kantstraße
- Berliner Straße / Brandenburgische Straße
- Lewishamstraße / Kaiser-Friedrich-Straße
- Opernroute Süd
- Heilbronnerstraße / Gervinusstraße / Mommsenstraße
- Spandauer Damm
- Fasanenstraße
Die Güntzelstraße, Hildegardstraße, Durlacher Straße und die Campus Route
entwickeln wir zu Fahrradstraßen weiter. Radschnellverbindungen planen wir neu
und fördern touristische Radwege entlang unserer Wasserwege.
Mit zusätzlichen Fahrradabstellanlagen, Fahrradparkhäusern – etwa am Bahnhof
Charlottenburg – und dem Ausbau der Fahrradgaragen stärken wir den
umweltfreundlichen Radverkehr. Vor Jugendclubs, Bibliotheken und Sportstätten
schaffen wir mehr Abstellmöglichkeiten.
Barrierefrei durch den Bezirk
Der öffentliche Raum wird von Beginn an inklusiv und barrierefrei geplant. Wir
beschleunigen den Einbau von Aufzügen, den Umbau von Haltestellen und sorgen für
gute Beleuchtung, Sitzgelegenheiten, sichere Übergänge und barrierefreie
Zufahrten.
Wir setzen uns ein für:
- flächendeckend abgesenkte Bordsteine an Querungen
- taktile Leitsysteme für sehbehinderte Menschen
- stufenlose Zugänge in öffentlichen Einrichtungen
- barrierefreie Haltestellen
Wirtschaftsverkehr – ökologisch und verlässlich
Ein leiser, emissionsfreier Wirtschaftsverkehr entlastet Anwohner*innen und
ermöglicht umweltfreundliches Wirtschaften. Liefer- und Ladezonen werden
ausgeweitet, vereinheitlicht und mit ganztägigen Betriebszeiten ausgestattet. So
schaffen wir klare Strukturen für den Wirtschaftsverkehr und reduzieren
unnötigen Suchverkehr.
Paketsammelstationen und Micro-Depots betreiben und fördern wir weiter. Von dort
aus sollen Pakete künftig verstärkt per Lastenrad, E-Bike oder elektrischem
Lieferfahrzeug in die Kieze verteilt werden. Zusätzlich wollen wir
anbieterneutrale Paketboxen in den Quartieren aufstellen, um Lieferverkehre zu
bündeln und zu reduzieren.
Die Außengastronomie stärken wir gezielt – insbesondere dort, wo Flächen vom
Gehwegparken zugunsten des öffentlichen Raums zurückgebaut werden. So verbinden
wir wirtschaftliche Nutzung mit mehr Aufenthaltsqualität und weniger
Verkehrsbelastung.
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